Formen des Autismus

Autismus ist ein Spektrum. Das bedeutet, dass manche Menschen nur "ein bisschen autistisch" sind, während andere sehr sind. Die Intelligenz eines Menschen hat nichts mit der Intensität des Autismus zu tun. Das Autismus-Spektrum wird in Frühkindlicher Autismus (F84.0), Atypischer Autismus (F84.1) und Asperger-Syndrom (F84.5) unterteilt. In der Praxis wird die Abgrenzung jedoch immer schwieriger, da immer mehr leichte Einzelerkrankungen diagnostiziert werden. Daher wird der Begriff „Autismus-Spektrum-Störung“ (ASS) heute oft als Oberbegriff für das gesamte Autismus-Spektrum verwendet. Je nach Art der einzelnen Symptome wird nach verschiedenen Schweregraden (leicht, mittel, schwer) unterschieden. Zusammenfassend gilt festzuhalten, dass es zwischen den einzelnen Autismus-Formen keine klaren Grenzen gibt, sondern fließende Übergänge.

Frühkindlicher Autismus (F84.0)

Die ersten Auffälligkeiten treten in der Regel im ersten bis zweiten Jahr nach der Geburt auf, mindestens jedoch vor dem dritten Lebensjahr. Es gibt Beeinträchtigungen in der sozialen Kommunikation und Interaktion. Hinzu kommen repetitive, stereotype Verhaltensweisen und begrenzte Interessen.

Diese Form des Autismus zeichnet sich durch eine verzögerte Sprachentwicklung aus. In einigen Fällen bleibt die Sprachentwicklung ganz aus oder die zuvor erworbenen Sprachkenntnisse gehen verloren. 

Asperger-Syndrom (F84.5)

Menschen mit Asperger-Syndrom haben keine Verzögerungen in der Sprachentwicklung und eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten. 

Bei dieser Form des Autismus stehen soziale und kommunikative Schwierigkeiten, mangelnde kognitive Flexibilität und häufige Spezialinteressen im Vordergrund. Manchmal ist die motorische Entwicklung verzögert.

Atypischer Autismus (F84.1)

Das Besondere am atypischen Autismus ist, dass er zwar dem frühkindlichen Autismus sehr ähnlich ist, aber nicht alle diagnostischen Kriterien erfüllt. Bei Kindern mit atypischem Autismus treten die Einschränkungen erst nach dem dritten Lebensjahr auf.